2026-05-16 –, BOOL
Language: Deutsch
Donald Trump zerstört die Weltordnung. Er ist dabei, in den USA ein faschistoides System einzuführen und sieht Europa nicht mehr als befreundet an. Das hat viele negative Folgen in der ganzen Welt, so auch bei uns in Europa.
Aber eine Wirkung kann man durchaus positiv sehen: Begriffe wie digitale Freiheit oder digitale Souveränität werden zunehmend zu einem europäischen Konsens, und endlich merken viele, wie abhängig die gesamte Digitalisierung in Europa von zumeist diktatorisch geführten, zumeist antidemokratischen amerikanischen Konzernen ist. Nach wie vor werden allein in Deutschland vom Staat Milliarden Euro für Lizenzen solcher Closed-Source-Softwareprodukte bezahlt, jedoch sehen immer mehr die Abhängigkeiten und suchen digital souveränere Open-Source-Lösungen, die es zum Glück bereits seit vielen Jahren gibt. Europa hat eine vorbildliche digitale Gesetzgebung (DSGVO, Digital Services Act, AI Act etc.), die allerdings aufgrund von US-amerikanischem Druck droht, aufgeweicht zu werden.
Der Vortrag beleuchtet diese Entwicklungen, nennt Beispiele der Abhängigkeiten, zeigt Alternativen auf, und berichtet, wie diese erfolgreich in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden.
Peter Gietz, Studium der Kulturwissenschaften (Indologie und Religionswissenschaft) war seit 1984 im Bereich IT aktiv. Er ist mittlerweile international als Experte für Verzeichnisdiensttechnologien anerkannt mit weiterer Expertise in den Bereichen Föderationen, Identity and Access Management, PKI, Metadaten und Ontologien. Seit 1994 arbeitete er in BMBF geförderten DFN-Projekten zu Verzeichnisdienste, die er in den letzten Phasen leitete. Zwischen 1998 und 1999 arbeitete er für DANTE (Delivery of Advanced Network Technology for Europe) in Cambridge, UK, wo er für das NameFlow-Projekt verantwortlich war und den X.500-Wurzel-Server betrieb. Ende 2000 gründete er die DAASI International GmbH, als eine Firma, die sich auf Open-Source Identity & Access Management spezialisiert, und arbeitet dort als Geschäftsführer. Seit 2004 war er Mitglied in verschiedenen Projekten der BMBF geförderten D-Grid-Initiative und spezialisierte sich seitdem auf Cloud basierte Forschungsinfrastrukturen für die Geisteswissenschaften. Außerdem ist er seit Jahren aktives Mitglied der Open Source Business Alliance und beteiligt sich an mehreren Arbeitsgruppen, insbesondere an den WGs Beschaffung und Public Affairs und setzt sich insgesamt für Digitale Souveränität und Open Source ein.